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Eigene Mandate & Fallbeispiele

Eigene Mandate: Fallbeispiele aus meiner Kanzlei

In den unten aufgeführten Fallbeispielen habe ich selbst die Mandanten und Mandantinnen vertreten, alle Texte wurden von mir selbst verfasst. Bei den Fotos handelt es sich um Symbolbilder von Fotolia.de.
 

Knie, Injektion, fehlerhafte Aufklärung

2017 - gerichtlicher Vergleich: Zahlung 19.000 EUR

Meine Mandantin fiel auf ihr rechtes Knie. Anschließend traten Knieprobleme auf. In einem
MRT des Knies konnte jedoch kein Meniskusschaden festgestellt werden. Es
wurde ein geringgradiger Erguß gesichtet. Die dargestellten Weichteile waren
regelrecht, die Beschaffenheit der Knochen altersgerecht. Mithin waren
physiotherapeutische Maßnahmen die Therapie der ersten Wahl.
 
Die beklagte Ärztin schlug jedoch meiner Mandantin die Infiltrationsbehandlung
mit Synvisc Fertigspritzen vor. Es handelt sich hierbei um eine Behandlung, die als
Eigenleistung zu tragen ist, d.h. diese wird nicht von der Krankenkasse getragen. Dafür
zahlte meine Mandantin 390,72 EUR. Die Infiltrationen in das rechte Knie wurden
dreimal durchgeführt. Hierbei trug die Ärztin keinen Mundschutz.
Vorher hatte keine Aufklärung über Risiken stattgefunden. Es war der Mandantin nicht
bewußt, welche Risiken sie damit eingeht. Sie wußte in keinem Fall, dass dadurch
auch das Knie infiziert werden könnte, dass sich später auch Operationen und
Spülungen anschließen könnten, dass sich ein Dauerschaden einstellen könnte.
Zudem wurde nicht über Alternativbehandlungen gesprochen, denn Physiotherapien wären
zunächst angebracht gewesen.
 
Unmittelbar nach der letzten Infiltrationsbehandlung schwoll das Knie an, wurde rot und
überwärmt. Die Mandantin hatte starke Schmerzen und bemerkte Einschränkungen
in der Beweglichkeit. Sie stellte sich im Krankenhaus vor. Dort wurde das Knie punktiert.
Der CRP - Wert lag bei 120 mg/l, also im pathologischen Bereich. Das Knie wurde mehrfach
gespült. Die Mandantin erhielt mehrere Wochen Antibiotika.
 
Meine Mandantin begehrte ein Schmerzensgeld sowie den Verdienstausfall erstattet.
 
Der Gerichtsgutachter bestätigte, dass die Infiltration sicherlich die Ursache für die
Knieentzündung war und dass zuvor durchaus andere Therapiemöglichkeiten bestanden
haben, so dass letztlich ein Aufklärungsfehler bestätigt wurde. Behandlungsfehler konnten
nicht nachgewiesen werden.
 
Es wurde ein gerichtlicher Vergleich abgeschlossen. Die Mandantin erhielt
insgesamt einen Betrag i.H. von 19.000 EUR.
 
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